WebM & h264

Die ganze h264 vs. WebM Diskussion ödet mich inzwischen ganz ordentlich an, vor allem, weil sie immer als entweder/oder Diskussion geführt wird, und gern ausgeblendet wird, dass es mehr als genug Platz für 2 hochwertige Videocodecs auf diesem Planeten gibt. Das es im Augenblick keinen einfachen Weg gibt Videos im Netz abzuspielen, und dass es darum überhaupt nicht schlimm ist, wenn noch ein neuer Videocodec dazu kommt, probiere ich in einem Kommentar in Steffen Zörnigs Blog darzulegen:

Die allerwenigsten Browser unterstützten im Augenblick h264 nativ, zu nennen wären da allein Safari und Chrome, die zusammen einen Marktanteil von großzügig geschätzt 15% haben. Chrome bricht aus dieser Phalanx jetzt aus, was zu einer Unterstützung von ca. 5% führt. Auch wenn der IE9 irgendwann demnächst rauskommt und h264 Support mitbringt wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis ein nennenswerter Anteil an Browsern h264 unterstützt. Dieses Zahl jazzt du auf, indem du Flash mit in deine Statistik einbeziehst: Flash läuft fast auf jedem Desktop und Flash unterstützt h264, also liegt die Abspielbarkeit von h264 bei fast 100%. das ist natürlich Augenwischerei, schließlich fällt der Flash-Support für eine Seite nicht einfach so vom Himmel: man muss, um einen Flash-Video-Player entwickeln zu können ein nicht ganz billiges Programm kaufen, eine neue Sprache lernen und einen Player schreiben. Das kostet Zeit und Geld und beides nicht zu knapp. Um WebM zu unterstützen muss ich hingegen lediglich ein Video zusätzlich in einem zweiten Format rauslassen.

Auf der anderen Seite haben wir WebM: WebM wird schon in sehr kurzer Zeit von sehr vielen Browsern nativ unterstützt werden: neben Chrome wird auch noch Firefox 4 und (der sicherlich zu vernachlässigende) Opera WebM unterstützen. Wenn Firefox 4 dann irgendwann mal fertig wird und halbwegs was taugt, wird der Marktanteil der nativ WebM fähigen Browser innerhalb kurzer Zeit auf 40-50% steigen: ein Wert, von dem der “Standart” h264 nur träumen kann! Auf die nahezu 100% wird WebM dank Flash dann auch bald kommen, wobei natürlich die selben Einschränkungen gelten, wie für den h264-Flash-Support. Klar, alles Zukunftsmusik, aber nicht weit weg.

Wie sieht es auf Mobilgeräten aus? Im Augenblick unterstützten eine Hand voll Geräte hardwarebeschleunigten h264 Support. Bis diese Geräte h264 unterstützten, muss das Decodieren in Software geschehen, was den Akku etwas mehr belastet. Der Akku wird natürlich nur dann belastet, wenn auch tatsächlich ein Video dekodiert wird, und wie lang schaut sich ein durchschnittlicher User pro Tag Videos auf seinem Telefon an? Sagen wir mal 15 Minuten. Die Akkulaufzeit eines Mobiltelefons verkürzt sich also um ein paar Minuten pro Tag, da beim Videos schauen ja kaum das Decodieren ins Gewicht fällt, sondern vielmehr Display & Hintergrundbeleuchtung. Aber auch das wird sich ändern, weil natürlich kein Separater Chip fürs Video-decodieren nötig ist, sondern die bestehende Grafikkarte einfach mit einer neuen Software WebM nativ decodieren können wird. Android wird schon sehr bald WebM können (falls es das nicht schon kann), WebOS kann Flash und Windows Phone 7 auch. Bleibt noch Apple, die natürlich lieber untergehen würden, als ein Format vom neuen Erzkonkurrenten Google zu unterstützen.

Was bekommen wir für all die Arbeit WebM zu unterstützen? Dafür gibt es einen Codec, für denen es eine komplett kostenlose und freie Toolchain geben wird, um Videos zu encoden, zu verteilen und anzuschauen. Wir brauchen keine Lizenzverträge für Downloads oder kommerzielles Streaming. Kurz: das Web bekommt endlich ein freies Videoformat, dass sich mit der Konkurrenz messen kann. Und das, wie ich bereits dargelegt habe, noch bevor große Mehrarbeit entsteht, weil h264 im Browser eh noch nicht weit verbreitet ist.

Klingt für mich nach einem guten Deal.

Zu viel „Z“ macht Tuttifrutti

Abends, bevor ich schlafen gehe, werfe ich meiner Freundin manchmal ein paar virtuelle Küsse zu, und das mache ich per iPhone. Heute kam bei ihr aber nur die Nachricht „CD/DVD“ an. Das iPhone hatte aus meinen liebesbekundenden „xxxxx“ ungefragt veraltete Speichermedien gemacht.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht: welche Ersetzungen gibt es noch so, wenn man einfach nur immer wieder den selben Buchstaben in die Tastatur hackt? Hier ist es also, das Ergebnis meiner 10 minütigen Forschungsexpedition:

xxxxx CD/DVD
kkkkk Kolik
qqqq Wasa
eeeeeee Reeders
tttttttttt Errettetest
zzzzzzz Zutrugt
zzzzzzzz Zutrüget
uuuu Zuzuordnen
iiii Joop
iiiiiiii Ökonomik
oooo Popo
oooooooo Ökologin
pppppppppp Poliklinik
aaaaaa Dasaß
dddddddd Desserts
gggg VfGH (Verfassungsgerichtshof oder „Verein für Germanisches Heidentum“)
jjj HUK
jjjj Huhn
kkkk Kill
lllll Lollo
und, mein absoluter Liebling:
zzzzzzzzzzz Tuttifrutti

Was findet ihr noch so?

Mein inoffizieller 27C3-Planer fürs iPhone – mit Video

Schon seit Jahren fehlt mir ein schneller, aufs wesentliche reduzierte Kongressplaner fürs iPhone. Dieser sollte schnell sein, sollte mir die wesentliche Information anzeigen (was läuft gerade, was läuft gleich und was davon interessiert mich?) und sollte auch unter schlechten Netzwerkbedingungen funktionieren.

Und weil es sonst ja niemand macht, musste ich eben selbst aktiv werden: meine Damen und Herren, ich präsentiere: mein 27C3 Planer fürs iPhone. Obwohl der Planer in erster Linie fürs iPhone gedacht ist, funktioniert er auch auf dem iPad und in jedem der üblichen Desktop-Browser. Ein kurzer test unter Android zeigte leider, dass der Planer da nicht laufen wollte – ich konnte der Ursache aber leider aus Mangel an Gerät nicht weiter nachgehen.

Derzeit ist der Planer leider noch nicht Offlinefähig, benötigt also zwingend eine funktionierende Internetverbindung. Das werde ich bis zum Start des Congress aber noch nachholen.

Was der Planer kann und was nicht, könnte ihr am besten in meinem kleinen Video sehen:

Die Häuser unserer Zeit

Hier bin ich gezeugt worden:

Das war meine Kinderkrippe:

Und hier habe ich mit meinen Eltern gewohnt:

Hier hatte ich einen Fahrradunfall, von dem ich bis heute eine Narbe habe:

Hier war der Zahnarzt, vor dem ich so viel Angst hatte:

Hier hatte ich Zeichenunterricht:

Und hier hat Olli gewohnt:

Und bei dem Bäcker sind wir beim Brötchenklauen erwischt worden:

In 20, 30 Jahren wird keine Sau mehr danach fragen, ob ein Privatunternehmen die StreetView Fotos gemacht hat, oder ein öffentliches Unternehmen. Wir werden nicht mehr fragen, ob wir uns von Fotos gestört oder belästigt fühlten und warum.

Wir werden uns nur noch Fragen, warum wir so ein gigantisches Stück Zeugnis einer Zeit, unserer Zeit so leichtsinnig zerfleddert und zerstört haben. Und werden über jedes Dokument glücklich sein, das noch existiert.

Disclaimer: nicht alle Häuser meiner Kindheit sind verpixelt, zum Teil habe ich auch in Russland gelebt, wo es StreetView leider noch gar nicht gibt. Die Screenshots sind also teilweise nicht an orignal Schauplätzen entstanden.


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