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Putzteufelroboter

Seit vier Tagen besitze ich jetzt einen Roomba Putzroboter. Da ich einige male gefragt wurde, was das Ding denn so kann, möchte ich hier die allerersten Erfahrungen teilen.

Vorweg: ich bin Nerd, ich hasse Putzen und Aufräumen bis unermesslich und ich habe Katzen, die sehr viel Dreck machen. Ich bin für jedes Gerät das mir hilft das Chaos, das ich “Wohnung” nenne, in den Griff zu bekommen extrem dankbar. Die Unordnung in meiner Wohnung wird noch verstärkt durch meine beiden Katzen, die neben Fressen und Schlafen Haare verlieren als einziges Hobby haben. Ich bin also der Prototyp des Roomba-Käufers, und vermutlich hatten die Konstrukteure beim Entwickeln des Geräts ein Foto von mir an der Wand hängen, mit der Bildunterschrift: “unser Kunde”.

Der Roomba ist eine kleine Scheibe, ca. 10 cm hoch, die auf Knopfdruck rumfährt und Dreck aufsammelt. Ich würde nicht von Staubsaugen sprechen, eigentlich ist es kehren: der sanfte Luftstrom, den das Gerät erzeugt, taugt höchstens dazu aufgewirbelten Staub einzufangen, nicht jedoch Staub aus Teppichen zu saugen. Bessere Modelle (wie meins) kann man Programmieren, an welchem Wochentag zu welcher Zeit sie ihre Tätigkeit verrichten sollen. Im Idealfall putzt Roomba also jeden Tag den Fußboden, während ich auf Arbeit bin und stellt sich nach getaner Arbeit auf seine Ladestation, die er morgens verlassen hat. Wenn ich nach Hause komme bemerke ich keinen Unterschied, außer dass Katzenhaare, Sandkrümel und sonstiger Dreck vom Boden verschwunden sind.

Das funktioniert in der Praxis auch erstaunlich gut, wenn auch leider mit Einschränkungen:

So muss man natürlich den Boden vor der Roombabehandlung möglichst leerräumen. Während Tische, Stühle und Sessel kein großes Problem darstellen, hat er mit Kabeln so seine Probleme. Mit den meisten kommt er dann irgendwie doch klar, das Ladekabel meines MacBooks rupft er dann aber doch sehr gern aus dem Computer und frisst das Ende in sich hinein, bis er sich nicht mehr bewegen kann.

Auch sollte man nicht zu penibel sein. So fegt Roomba wirklich nur den Boden, aber keinen Millimeter mehr. Staub auf der Scheuerleiste lässt er gnadenlos liegen, vielleicht könnte man ihm mit Klettband noch ein Antistatiktuch an die Seite pappen, dann würde er vielleicht etwas mehr wegkriegen. Mit dem Boden direkt vor der Wand hat er dank dreier rotierender Pinselchen keine Probleme, in Ecken jedoch kann er mitunter was übersehen.

Ein echtes Manko für mich ist, dass der Roomba nicht über Türschwellen hinweg kommt. So kann er nicht meine ganze Wohnung in einem Zug putzen, sondern ich muss ihn jeden Tag von Hand in ein anderes Zimmer setzen. Wenn man Pech hat, dann bleibt er an Türschwellen sogar hängen und gibt auf. In den meisten Fällen schafft er es aber doch sehr gut sich allein wieder zu befreien.

Nach vier Tagen macht sich bei mir so eine zufriedene Ernüchterung breit: Ernüchterung, weil mir langsam eben klar wird, dass der Roomba nur kehrt und nicht bohnert, Staub wischt und die Blumen giesst. Andererseits erfüllt er die Aufgabe, die er verspricht zu erfüllen, zu meiner Zufriedenheit.

Am besten ist der Sinn eines Roomba vergleichbar mit einer Geschirrspülmaschine: auch für diese muss man einige Vor- und Nacharbeiten treffen. und man muss bereit sein, Geschirr auch mal doppelt spülen zu lassen und es wird nie so sauber werden wie handgespültes Geschirr. Wenn man mit diesen Einschränkungen umgehen kann und eine hinreichend große Aversion gegen Hausarbeit hat, dann kann er aber dennoch sicher eine große Hilfe sein.

Außerdem ist er natürlich ein tolles Spielzeug!

Bonus: Roomba auf dem Weg zur Docking-Station.