• Mein Leben in der Wolke

    by  • 8. August 2010 • Uncategorized • 17 Comments

    Früher™ war alles so einfach: ich hatte ein MacBook und da waren meine Daten drauf, fertig. Inzwischen ist mein Leben über diverse Geräte verteilt: im Büro ein PC mit Windows 7, für die Arbeit zu hause mein MacBook, zum Surfen und Lesen mein iPad und in der Bahn mein iPhone. Eine Vielzahl von Diensten hilft mir dabei, meine Daten halbwegs in Sync zu halten. Und die möchte ich hier mal kurz vorstellen.

    Google Mail, Calendar, Contacts & Mobile Sync

    Nachdem ich jahrelang große Vorbehalte gegenüber Google Mail gehegt habe, habe ich irgendwann mal nachgegeben und meinen gesamten Mailverkehr auf den Dienst umgestellt. Und dann gleich meine Kontakte und Termine gleich mit. iCal auf dem Mac synchronisiere ich mit Hilfe von BusySync mit meinem Google Kalender. Erstaunlich unbekannt ist die Möglichkeit sein iPhone (oder andere Telefone die Exchange können) mit den Google Diensten abzugleichen: Google Mobile Sync. Die Einrichtung ist nicht sehr kompliziert. Als Belohnung werden alle Kontakte, Kalendereinträge und Mails vollständig transparent und in Echtzeit zwischen Website und Handy synchronisiert. Bei der Auswahl der zu synchronisierenden Kalender behauptet die Google Seite, der dienst sei im eigenen Land nicht verfügbar. Da einfach die Sprache über den Link unten auf der Seite auf Englisch wechseln und alles geht wie gewünscht.

    1 Password

    1Password ist ein tolles Programm, dass eine zentrale Kennwortverwaltung für alle wichtigeren Browser auf dem Mac ermöglicht. Egal ob Firefox, Chrome, Safari, Camino oder NetNewsWire: das Programm hebelt die jeweils eigenen Passwortverschlüsselungen aus und speichert die Daten zentral in einer Datenbank, von wo aus sie jedes Programm nutzen kann. Das ist nicht nur furchtbar praktisch, sondern auch sicherer: Firefox zum Beispiel speichert standartmäßig alle Passwörter unverschlüsselt auf der Festplatte, eine Blöße, die sich 1 Password nicht gibt.

    Mit der iPhone und iPad Version hat man seine Passwörter auch unterwegs immer dabei. Und inzwischen gibt es eine früher Version von 1Password sogar für Windows, die sich mit Hilfe von DropBox synchronisieren lässt.

    Dropbox

    Dropbox (affiliate Link, der mir 250MB zusätzlichen Speicher gibt) Dropbox ist ein Dienst, den vermutlich inzwischen eh jeder nutzt. Nach installation des Clients den es für Mac, Windows und Linux gibt, hat man einen zusätzlichen Ordner auf seiner Festplatte. Alles, was man in diesen Ordner kopiert wird auf nahezu magische Weise mit anderen PCs synchronisiert. Neben den Webinterface gibt es auch noch Clients für iPhone, iPad und Android. Wenn man Dokumente zwischen mehreren Computern oder Personen synchron halten will, ist Dropbox eigentlich immer eine gute Lösung, die man schnell nicht mehr missen möchte.

    Google Reader & Reeder

    Meine Feeds verwalte ich schon seit Jahren über den Google Reader. Nachdem ich auf dem Mac ewig auf NetNewsWire geschworen habe, nutze ich nun schon längere Zeit nur das Webinterface, weil es so viel schneller ist. Auf dem iPhone und iPad nutze ich den unschlagbaren Reeder. Reeder ist schnell, stabil und funktioniert auch Offline hervorragend.

    Instapaper

    Anstelle eines Bookmarkdienstes benutze ich Instapaper. Wann immer mir ein Artikel zu lang ist, klicke ich auf den Instapaer Link, worauf ich den Artikel später bequem und ohne Umstände auf meinem iPad lesen kann. Die iPhone Version nutze ich nicht, weil ich längere Texte nur ungern auf dem iPhone lese.

    github.com

    Github ist ein Dienst zum Hosten von Programm-Quellcode mit Hilfe von git. Wenn man codet sollte man eine Versionsverwaltung nutzen, und git ist eine der besten. Und wenn man Code zwischen verschiedenen Rechnern austauschen möchte, dann kann man ihn vermutlich gleich mit der Welt teilen.

    Simplenote

    Simplenote ist ein Notizprogramm für iPhone und iPad, das seine Notizen direkt mit dem Netz synct. Ein einfaches Webinterface taugt dafür, einen Text auch an Mac oder PC zu bearbeiten. Somit hat man einen einfachen Text-Austauschdienst ganz ohne „Speichern“ Button, der Diensten wie Google Docs oder gar Wave wegen seiner Geschwindigkeit deutlich überlegen ist.

    Was fehlt

    Natürlich gibt es noch viele Bereiche, für die es keine gute Lösung gibt. So ist es mir bis heute nicht gelungen für Twitter ein gutes Windows Programm zu finden, geschweige denn eine gute Synclösung. Auch für Musik gibt es noch nichts gescheites, mir schwebt da eine virtuelle Festplatte mit Podcastdownload vor, mit angeschlossenem Music-Store, aber da kommt die Musikindustrie vor lauter Downloader-Verklagen vermutlich gerade nicht zu.

    Eine Backuplösung, die all meine iPhone Apps & Einstellungen kabellos synct fehlt ebenso ganz dringend wie ein einfacher Dienst um meine Fotos zwischen meinen Geräten synchron zu halten ohne ein hässliches USB Kabel bemühen zu müssen.

    es bleibt also noch viel zu tun, bis die Wolke fertig ist, aber das allerwichtigste ist schon mal da.

    17 Responses to Mein Leben in der Wolke

    1. ruebezahl
      8. August 2010 at 17:01

      fuer die wirklich sinnvolle nutzung von dropbox kann ich jedem nur mal raten einen blick auf encfs zu werfen

    2. 8. August 2010 at 17:06

      Twitter Clients für Windows ist so eine Sache für sich 🙂
      Die meisten Lösungen basieren leider auf Adobe Air, was ich möglichst versuche zu meiden. Was nutzt du denn aktuell auf dem Mac – vielleicht kann ich dir was passendes für Windows raussuchen 😉

    3. Max Winde
      8. August 2010 at 17:10

      Auf dem Mac hab ich Tweetie. Mich perfekt, aber good enough.

    4. 8. August 2010 at 17:15

      Benutze zwar kein Windows aber hast du vll schon mal http://www.metrotwit.com probiert?

    5. Micha
      8. August 2010 at 17:23

      Hast Du für github einen payed plan oder nutzt Du es nur in der Free-Version? Ich will irgendwie nicht jeden Teil meines schmutzigen Codes der Öffentlichkeit zumuten, aber ich weiß nicht, ob mir das wirklich $7 pro Monat für private Repositories wert ist…

    6. Daniel Frey
      8. August 2010 at 17:23

      Vielen Dank für Deine Aufstellung!

      Was mir fehlt ist Backup. Ansonsten noch ein paar kritische Anmerkungen und Fragen:

      iCal auf dem Mac synchronisiere ich mit Hilfe von BusySync mit meinem Google Kalender.

      Tipp: Master-Kalender bei Google halten. Ansonsten stösst man früher oder später an die Sync-Limiten von Google und kann für einige Zeit nicht mehr synchronisieren.

      Tipp 2: Einladungen nur per Google. iCal hat Mühe mit Einladungen, wenn man per BusySync mit Google synchronisiert.

      Tipp 3: Wenn man die Kalenderfarben behalten möchte, muss man per CalDAV synchronisieren und nicht per Exchange. Das betrifft den Sync zwischen Google und iPhone, BusySync kommt damit klar.

      Als Belohnung werden alle Kontakte, Kalendereinträge und Mails vollständig transparent und in Echtzeit zwischen Website und Handy synchronisiert.

      Kennst Du einen Weg um sich neue E-Mails auf dem iPhone auch in Unterordnern anzeigen zu lassen? Verwendest Du für E-Mail IMAP oder Exchange?

      Die Kontakt-Applikation von Google halte ich für untauglich. Genauso jene für Aufgaben. Dummerweise kriegt man die Aufgaben-Applikation nicht mehr aus dem Kalender bei Google raus.

      Das ist nicht nur furchtbar praktisch, sondern auch sicherer: Firefox zum Beispiel speichert standartmäßig alle Passwörter unverschlüsselt auf der Festplatte, eine Blöße, die sich 1 Password nicht gibt.

      Dafür speichert 1Password nicht alle gespeicherten Daten verschlüsselt.

      Alles, was man in diesen Ordner kopiert wird auf nahezu magische Weise mit anderen PCs synchronisiert.

      Ja, aber leider keine anderen Ordner. Unverständlich und lästig!

      (Ja, ich weiss, es gibt Notlösungen.)

      Ausserdem ist Dropbox für halbwegs private Daten leider nicht geeignet. Die Preise von Dropbox in der Vollversion sind auch teuer. Überhaupt ist die Cloud teuer: Ein paar Euro pro Monat an ein paar Orten summiert sich ganz schön!

      Simplenote

      Simplenote ist ein Notizprogramm für iPhone und iPad, das seine Notizen direkt mit dem Netz synct.

      Welche Clients verwendest Du auf Mac, PC und iPhone?

    7. 8. August 2010 at 17:29

      Dann könnte dir Saezuri gefallen. Sieht Tweetie sogar ziemlich ähnlich und lässt sich auch ganz schön via Shortcuts bedienen. Basiert nur eben wieder auf Adobe Air, läuft dafür aber eigentlich erstaunlich flüssig 😉

      http://www.adobe.com/cfusion/marketplace/index.cfm?event=marketplace.offering&offeringid=16720&marketplaceid=1

    8. Micha
      8. August 2010 at 17:51

      Ich nutze auch die beschriebenen Dienste und Programme. Lediglich für den Kontakte Sync habe ich noch keine richtige Lösung gefunden. Mit Snow Leopard Boardmitteln und Google gehen leider die Kontakte Bilder und andere Details verschütt.

    9. max12
      8. August 2010 at 18:33

      dropbox ist schon ein wirklich geniales tool.
      gab letztens sogar einen bericht in einem blog dass man da ein true crypt image reinwerfen kann. dropbox syncht dann nur noch die bits die sich ändern. also tatsächlich daten „sicher“ in der cloud.
      i love it

    10. Explorer
      8. August 2010 at 20:14

      Für das Syncen zwischen Google Calendar mit dem iPhone kann ich Pocket Informant empfehlen. Sehr hübsches Programm und den eingebauten iPhone Kalender schnell wieder vergessen.

    11. 8. August 2010 at 22:59

      Evernote für ein voll durchsuchbares Dokumentenarchiv in der cloud sollte man hier nicht unerwähnt lassen.

    12. 8. August 2010 at 23:53

      Bei meinem letzten Windows 7 Experiment habe ich auf der Growl for Windows Seite den Twitter-Client Witty gefunden. Hat auch seine Probleme, aber ist immerhin kein Air code.google.com/p/wittytwitter

    13. Max Winde
      9. August 2010 at 08:14

      @Micha: habe einen Paid Account, habe aber alle meine Repositories auf public. Einfach machen, tut nicht auch garnicht weh und irgendjemand kann immer was mit anfangen. 🙂

      @Markus, @Nils: Danke, werde ich sofort mal testen.

    14. Max Winde
      9. August 2010 at 09:50

      @Tobias: Evernote hatte ich auch mit auf der Liste, habe aber bis heute keinen blassen Schimmer, was man damit anstellen soll. Darum hab ich es rausgelassen.

    15. 11. August 2010 at 09:58

      Evernote hatte auch bei mir ziemlich lange ein Schattendasein gefristet. Mittlerweile nutze ich es, um Notizen synchron zu halten. Aber ich werde mal Simplenote testen, vielleicht ist das schneller.
      Zum Google-Reader gibts hier…
      http://mariusth.channelwood.org/SafariExtensions/
      eine Erweiterung, die das Ding im MacOS-Stil aufhübscht. Nicht lebenswichtig, aber nett. Vor allem werden sämtliche Funktionen beibehalten, entgegen dem HelvetiReader.

    16. Pingback: CARTA

    17. Nick
      21. August 2010 at 01:03

      Was fehlt? Mir persönlich fehlt Nichts. Mir hat auch vor 5 oder 10 Jahren nichts gefehlt. Das ich selbst aber auch dem ‚Bedarf schaffen‘ nicht widerstehen kann, nehme ich zur Kenntniss, auch wenn ich dem ‚unterliege‘.

      Das manche sich selbst Produzierende dies nicht mal wahrnehmen oder ‚choose one‘ zumindestens nicht kommunzieren, nervt mich aber viel mehr und ist nur ein weiterer Beweis für fehlende Differenzierung *nowadays*.

      Buy a helicopter!

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